HASHIMOTo/ BURNOUT

Beide Diagnosen treten häufig zusammen auf. Dabei ist nicht entscheidend ob ein Mensch zu viel oder zu lange arbeitet. Es ist die Art, wie er arbeitet. Mit welchem inneren emotionalen Antrieb: Schuldgefühle, Versagensängste, Furcht vor Tadel oder z.B. Furcht vor Liebesentzug, etc.?

Diese stressenden Gefühle sind kindliche Gefühle. Ich meine "kindlich" im Sinne von: aus der Kindheit herrührend, Empfindungen und Reaktionen aus einer Zeit, als der Betreffende ein Kind war. Damals bestand das Gefühls- und Reaktionsmuster aus schwerwiegendem und berechtigtem Anlass völlig zu recht. Ein Erwachsener ohne diese Prägung kann dagegen selbstbestimmt und im Sinne der Selbstfürsorge reagieren und handeln.

Antreiber

Es ist gar nicht so einfach und es braucht etwas Geduld, um diesen geheimen inneren Antreiber ausfindig zu machen. Häufig bestehen diese aus abwertenden oder verunsichernden "Du-Botschaften" eines Elternteils an das Kind. Diese können ein Leben lang wirksam bleiben. Ebenso unterbewusste "Erinnerungen" an Lebenssituationen in denen sich das Kind hilflos, verlassen und überfordert gefühlt hat.

Adressieren

Angenommen die Burn-out erzeugenden Gefühle lassen sich auf einen Vorgesetzten personalisieren. Ich habe oft gesehen, dass alle Trainings, Supervisionen und Therapien keinen Erfolg haben, bis die Gefühle - vom Vorgesetzten ausgehend - rück-adressiert werden auf die Person, die in der Kindheit ein ähnliches Gefühl hervor gerufen hat, es praktisch grundgelegt hat.

Die Ähnlichkeit ist oft verblüffend und man wundert sich, warum man da nicht früher drauf gekommen ist. Erst jetzt wird das Problem mit dem Chef lösbar.

Eigenart

Auch in diesem Fall ist die Lösung nicht:

noch mehr Anpassung, Training und Selbst-Optimierung. Im Gegenteil. Ich muss mich ganz ehrlich fragen: was kann ich und auf welche Art will ich mich einbringen und welche privaten Ressourcen kann ich finden und pflegen? Diesen inneren Raum muss ich mir von meinen inneren Antreibern zurück erobern.

Durch Mut zur EigenART.